Was Schnabelkipper und Frosch im Stollen machen

Diese Kinder wissen jetzt, wo das Eisen herkommt!

Grundschulkinder lernen im Rahmen des Projekts Kulturführerschein des Vereins Biela Marca Geschichte, Tradition und Besonderheiten ihrer Heimat besser kennen - derzeit geht es um den Bergbau in der Region.

Einmal ein Stück Eisenerz halten, mit Schlägel und Eisen hantieren und die Grubenlaterne bedienen - all das haben Kinder der Grundschule Oberbiel im Rahmen des Kulturführerscheins des Oberbieler Heimat- und Kulturvereins Biela Marca jetzt erlebt.

Ziel des Kulturführerscheins ist es nach Angaben des Vorsitzenden Sven Ringsdorf, Kindern im Alter zwischen fünf und zehn Jahren Geschichte, Brauchtum, Tradition und Besonderheiten ihrer Heimat Oberbiel näherzubringen und das kulturelle Erbe für nachfolgende Generationen zu bewahren. Innerhalb von zehn Monaten entdecken die Kinder bedeutende Kulturdenkmäler ihres Ortes, lernen Geschichte und Anekdoten und finden spielerisch in die heimische Mundart.
20 Kinder der Klasse 3 lauschten nun kürzlich Gerhard Becker vom Team der Bergwerksführer des GeoInformationszentrums Besucherbergwerk Grube Fortuna, der mit viel Ausrüstung und Anschauungsmaterial eigens in die Grundschule Oberbiel gekommen war. "Wie wurde Eisenerz abgebaut?", "Wie tief ist der Stollen?", "Wie sieht wohl ein Schnabelkipper aus?", "Was versteht der Bergmann unter einem Alten Mann" und "Was hat eigentlich ein Frosch im Bergwerk zu suchen?" - das waren nur einige Fragen, die beim Thementag beantwortet wurden. Die Welt unter Tage stellte sich für die kleinen Entdecker als geheimnisvoller Ort vor, an dem es eigentümliche Arbeitsgeräte und Begriffe gibt. Die Fragen der Wissbegierigen wurden in rund zwei Stunden beantwortet, ehe die Kinder selbst aktiv werden konnten.

Zum Abschluss seines Vortrages sang Becker mit den Kindern das Steigerlied, das sogar bei jedem Spiel des Bundesligisten FC Schalke 04 angestimmt wird: "Glück auf, Glück auf, der Steiger kommt". Biela Marca konnte Gerhard Becker auch für einen kommenden Vortrag in der Kindertagesstätte gewinnen, ehe die insgesamt 40 Kinder des Kulturführerscheinprogrammes auf Einladung des Heimat- und Kulturvereins im Frühling dann endlich die Grube Fortuna selbst besuchen werden. Vorsitzender Ringsdorf zeigte sich erfreut über die Entwicklung des Projektes Kulturführerschein. Zwischenzeitlich habe man ddas Besucherbergwerk Grube Fortuna und den GEOPARK Westerwald-Lahn-Taunus als Kooperationspartner gewinnen können.

Bis zum Sommer werden die Kinder auch noch viele weitere Entdeckungen rund um Geschichte, Brauchtum und Tradition in ihrer Heimat machen können. "Biela Marca wird das Projekt fortsetzen, gerne auch mit weiteren Partnern", kündigte der Vorsitzende des Vereins, Sven Ringsdorf, an. Das Projekt "Kulturführerschein" wird aus Mitteln des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst gefördert.

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